Traditionelles Feuerwerk wird abgesagt

Erstellt von Andreas Schmitt | |   Fränkischer Tag

Das Brillant-Feuerwerk, einer der Höhepunkte des Kronacher Freischießens, findet heuer nicht statt. Der Grund: Durch die Hitzewelle der vergangenen Wochen ist die Gefahr eines Wald- und Wiesenbrandes einfach zu hoch.

Wird der Himmel erleuchtet oder nicht? Stefan Schneider wägt sorgsam ab, ob er einen Auftrag ausführt. "Ich habe die Vollverantwortung, da zahlt mir keine Versicherung irgendwas", gibt der Inhaber von "Pyrodrom Feuerwerk" einen Einblick in die Dimension, die eine falsche Entscheidung für ihn haben könnte. Eigentlich hätten er und sein Team am Donnerstag um 22 Uhr das Brillantfeuerwerk "Der Himmel über Kronach in Sternen und Blitzen" abfeuern sollen.

Dann aber kam es anders: "Wir werden kein Risiko eingehen", sagte Karl-Peter Wittig, Platzmeister der Schützengesellschaft Kronach, bereits am Dienstagnachmittag. Am Mittwoch dann die Bestätigung: "Das Feuerwerk fällt aus. Die Warnstufe ist zu hoch, das können wir einfach nicht verantworten", betonte Wittig.


Letztmöglicher Termin

Bereits Anfang der Woche standen die Verantwortlichen kurz vor einer frühzeitigeren Absage. Die kurzen Regenschauer am Montagabend und Dienstagnachmittag ließen sie aber wieder hoffen. Wittig: "Wir wollten alles versuchen, es geht ja auch um Kosten des Feuerwerks."

Der Mittwochmittag war dann aber der letztmögliche Termin, um eine Entscheidung zu fällen. "Wir hätten ja auch Genehmigungen der Behörden gebraucht. Und auch die Polizei muss ja wissen, ob Umleitungen notwendig sind oder nicht."


Waldbrandgefahr zu hoch

Bis zuletzt hätte ein Platzregen viel bewirken können; er blieb letztlich jedoch aus. Der kleine Nieselregen war hingegen eher kontraproduktiv. "Wenn es danach wieder stickig und schwül wird, ist das schlecht", erzählt Schneider.

Die Richtwerte, die der vom Deutschen Wetterdienst herausgegebene Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) und der Grasland-Feuerindex (GLFI) für Kronach vorgaben, waren zu hoch. Der Waldbrandindex lag auf Stufe 4 von 5. "Jeder klar denkende Feuerwerker schießt dann nicht mehr", sagte Stefan Schneider.

Doch auch bei Stufe 3 wäre das Abbrennen aufgrund des besonderen Abschussortes in der Nähe der Festung Rosenberg nicht hundertprozentig sicher gewesen. Zu nah ist der Wald, zu schlecht befahrbar das Gelände für die Feuerwehr. Und Löschwasseranschluss ist dort ebenfalls nicht vorhanden. "Wenn, dann hätten wir mit einem zusätzlichen Tanklöschfahrzeug aufgerüstet", sagt auch Karl-Peter Wittig.


Zwölf Minuten gedauert

"Wir standen in engem Kontakt zum Landratsamt und zur Feuerwehr. Am Ende entscheidet dann auch der gesunde Menschenverstand", sagt Feuerwerker Schneider, der mit einer Unterbrechung 2017 seit rund zehn Jahren seine Pyrotechnik in Kronach abbrennt.


Italien-Ware sollte daheim bleiben

Schon vor der endgültigen Entscheidung am Mittwoch war klar: Die sogenannte "Italien-Ware" hätte Schneider nicht mitgebracht. Damit sind handgefertigte Zylinderbomben und großkalibrige Bomben bis 400 Millimeter gemeint. "Bei 150 Millimeter und einem Steigbereich von über 180 Metern hätte ich aufgehört."

Dennoch wurde bis zuletzt alles versucht, um den Kronachern eine zwölfminütige Feuerwerk-Einlage zu präsentieren. Als man den Platzregen jedoch einmal gebraucht hätte, kam er nicht.

Quelle:
https://www.infranken.de/regional/kronach/kronacher-freischiessen-traditionelles-feuerwerk-wird-abgesagt;art219,3619901

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